TEMPORAMORES - Newsletter # 426 - 2.6.2026




KURZMELDUNGEN

Wenn es eine neue Autorin schafft, mit ihrem Erstlingsroman auf Platz 1 in der New York Times-Bestsellerliste aufzuschlagen und dort ein viertel Jahr unter den Top Ten zu verbleiben, darf schon von einer gewissen Qualität ausgegangen werden. Deshalb kann man Piper ruhig dazu gratulieren, dass sie die Rechte für DRAGON CURSED: ZEIG KEINE GNADE (ISBN 978-3-912332-15-5, 480 S.) von Elise Kova erworben haben. Der Roman erschien soeben in der Übersetzung von Maike Claußnitzer in gleich zwei Versionen, wobei die „Deluxe Edition mit Farbschnitt“ neben der Rundumbemalung einen kartonierten Schuber anstelle des Schutzum­schlags hat. Die anderen Features, wie Lesebändchen, farbige Vorsätze und ein Einband in „edler Drachenschuppen-Optik“, sind gleich. Die Story dieser „Dilogie“ kreist um das Erwachsen­werden einer jungen Frau in einer Fantasywelt, in der Drachen und Menschen unversöhnliche Feinde sind, obwohl (oder weil) sie miteinander „verwandt“ sind. Denn wenn sich bei den anstehenden Prüfungen herausstellen sollte, dass Isola unter einem „Drachenfluch“ steht, wäre das ihr Todesurteil, da sie sich dann womöglich selbst in einen Drachen verwandeln könnte. Glücklicherweise gibt es aber ein paar Menschen um sie herum, die Isola mehr als ihr eigenes Leben lieben und die deshalb alles für sie riskieren würden …

Na, mal wieder ein Buch nur wegen seines Titels gekauft? Naja, irgendwie schon. Aber der Autor Cory Doctorow gehört zu jenen, von denen ich alles lesen will. Okay – ich hätte ein Buch mit dem Titel ENSHITTIFICATION (Blumenbar, ISBN 978-3-351-05143-3, 475 S.) vermutlich auch gekauft, wenn ich von Autor noch nie gehört hätte. Schuldig. Trotzdem: Auch wenn der deutsche Untertitel „Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können“ sehr gut zum Inhalt passt – das originale „Why Everything Suddenly Got Worse and What To Do About It“ hätte eine etwas frechere Übersetzung gut vertragen (z.B. „Wieso plötzlich alles im Arsch ist und wie wir den Scheiß wieder weg kriegen“). Aber Doctorows kluger Essay gehört unbedingt ins Selbsthilfe-Regal, gleich neben den Erste-Hilfe-Kasten, die Ersatz-Akkus und den großen Hammer, mit dem man dem Internet-Router zeigen kann, wer im Haus das Sagen hat.

Es gibt so Comics, über die ist eigentlich doch schon alles gesagt. Da wissen die Leser*innen zum Teil mehr über Inhalt und Hintergründe als die Autoren und Zeichner. Glauben sie jedenfalls. Natürlich gehört WATCHMEN dazu, 1986 erschienen, geschrieben von Alan Moore, gezeichnet von Dave Gibbons. Die dann doch vorhandenen Wissenslücken füllt die neue, 83. Ausgabe der REDDITION, Volker Hamanns „Zeitschrift für Graphische Literatur“, die soeben erschienen ist. Gemeinsam mit u. a. Peter Schimkat, Stefan Schmalz und Peter Lau zelebriert Hamann den vierzigsten Jahrestag der Erstveröffentlichung dieses in jedem Sinne absoluten Meisterwerks – und lässt am Ende nun tatsächlich keine Fragen mehr offen. Ergänzend gibt es für Abonnenten eine kleine Broschüre mit einer Komplett-Bibliographie 1986–2026. Unverzichtbar!


ZITAT

„BUCH BEHUTSAM AUS DER HÜLLE ZIEHEN              

Aufkleber auf: Elise Kova – DRAGON CURSED: ZEIG KEINE GNADE



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